ATTN HPCN-TTN

FRAME

Neue Frische für alte Filme

Erhaltung historischen Filmmaterials durch digitale Restaurierung

Das weltweit einzigartige digitale Filmbearbeitungssystem FRAME ermöglicht eine schnelle und kosteneffektive Restauration von beschädigten Kinofilmen und Videos. Auch Drehfehler können mit FRAME digital korrigiert werden, wodurch teure Nachdreharbeiten wegfallen.

Holzflösser auf der Mur, 1938Holzflösser auf der Mur, 1938

Das Problem

Die rasante Entwicklung des Kommunikations- und Fernsehmarktes ist nach wie vor ungebrochen. Dieses Mehr an Angebot bedingt auch eine steigende Nachfrage nach Inhalten und macht damit das in den Archiven lagernde Material wirtschaftlich immer interessanter. Nach UNESCO-Schätzungen lagern in Filmarchiven weltweit ca. 2.2 Milliarden Meter Nitrofilm. Chemische Veränderungen des Filmmaterials aufgrund seines Alters sowie unsachgemäße Behandlung vor der Archivierung haben dazu geführt, daß heute beinahe 90% der Stummfilme und die Hälfte aller vor 1950 produzierten Filme unwiederbringlich verloren sind.

Die Lösung

Die herkömmliche digitale Restauration eines Spielfilms erfolgt manuell und verursacht durch den massiven Personaleinsatz unakzeptabel hohe Kosten. Die Zeit für die Berechnung eines Einzelbildes (Frame) betrug 10 Minuten, der ganze Film kam dadurch zu teuer. Durch die von JOANNEUM RESEARCH entwickelte semi- automatische digitale Filmrestaurationssoftware LIMELIGHT konnte dieser Aufwand bedeutend gesenkt werden. Für den industriellen Einsatz war die Restaurationsdauer jedoch immer noch zu lang.

Mit FRAME wurde deshalb ein parallelisiertes digitales Filmrestaurationssystem mit einer Arbeitsgeschwindigkeit entwickelt, die den industriellen Einsatz ermöglicht.

Folgende Restaurationsaufgaben können mit FRAME durchgeführt werden:

Der digitale Filmrestaurationsprozeß

Der industrielle Faktor

Das Hauptkriterium für die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit des Systems ist seine Restaurationsgeschwindigkeit. Für die Arbeiten an FRAME ergab sich daraus die Forderung, daß die Bearbeitungszeit je Einzelbild maximal 72 Sekunden (15 Sekunden für Videoauflösung) betragen darf.

Erst durch den Einsatz von HPCN (High Performance Computing & Networking)-Technologien wurde es möglich, diese Bearbeitungszeit zu unterschreiten. Dadurch sind Restaurationskosten ab 400 US $ je Minute Film möglich. Die Kosten der digitalen Restauration entsprechen somit in etwa jenen von analogen Technologien - die Funktionalität von FRAME reicht jedoch weit über die Möglichkeiten der analogen Filmrestauration hinaus.

Die Kosten

Durch die Parallelisierung des Codes wurden die Filmrestaurationskosten deutlich gesenkt, da die Rechenzeit deutlich reduziert werden konnte - von 10 Minuten pro Einzelbild (LIMELLIGHT) auf 72 Sekunden pro Bild (FRAME):

  LIMELIGHT Digitale Restaurierung FRAME Digitale Filmrestaurierung
Einscannen des Filmes (hochaufl&oouml;send) 30 000 EUR 30 000 EUR
Bildberechnung 150 000 EUR 30 000 EUR
Film recording 30 000 EUR 30 000 EUR
Summe 210 000 EUR 90 000 EUR

Die Systemeigenschaften

Mit FRAME steht eine Filmrestaurationssoftware zur Verfügung, die sich durch folgende Merkmale auszeichnet:

The project

Die FRAME-Software basiert auf der bei JOANNEUM RESEARCH im Rahmen von EUREKA entwickelten LIMELIGHT-Filmrestaurationssoftware. Im Juli 1997 startete das ESPRIT Projekt 24220 FRAME durch die Initiative folgender vier Partner:

VCPC VCPC, European Cetre for Parallel Computing at Vienna
QSW QSW, Quadrics Supercomputers World, Roma
LNF LNF, Laboratoire Neyrac Films, Paris
JR JR, JOANNEUM RESEARCH, Graz

Die Arbeitschwerpunkte im FRAME-Projekt:

GUI View

Restaurationsbeispiele

Getestet und weiterentwickelt wurde FRAME an einer Vielzahl von Filmen, zum Beispiel an:

Nachfrage

Die FRAME-Restaurationssoftware wurde bereits bei mehreren Kunden installiert: Über weitere Installationen bei namhaften Firmen wird bereits verhandelt. Die Vermarktung der Software erfolgt gemeinsam mit einem Vertriebspartner.

Nähere Information

hsart digital services JOANNEUM RESEARCH
Walter Plaschzug Peter Schallauer
Rechbauerstrasse 37, A-8010 Graz Steyrergasse 17, A-8010 Graz
Tel.: +43 316 822632 Tel.: +43 316 876 -1202
Fax: +43 316 826464 Fax: +43 316 876 -1191
e-mail: hsart.graz@aon.at e-mail: peter.schallauer@joanneum.ac.at

http://www.joanneum.ac.at/iis

Beispielbilder dankenswerterweise zur Verfügung gestellt von: Filmarchiv Austria: Holzflösser auf der Mur, 1938. Pathe: Die Reise zum Mond (La voyage dans la lune), 1908. Taurus Film: Opernball, 1956.