FRAME
Neue Frische für alte Filme
Erhaltung historischen Filmmaterials durch digitale Restaurierung
Das weltweit einzigartige digitale Filmbearbeitungssystem FRAME
ermöglicht eine schnelle und kosteneffektive Restauration von
beschädigten Kinofilmen und Videos. Auch Drehfehler können mit
FRAME digital korrigiert werden, wodurch teure Nachdreharbeiten
wegfallen.

Das Problem
Die rasante Entwicklung des Kommunikations- und Fernsehmarktes ist
nach wie vor ungebrochen. Dieses Mehr an Angebot bedingt auch eine
steigende Nachfrage nach Inhalten und macht damit das in den Archiven
lagernde Material wirtschaftlich immer interessanter. Nach
UNESCO-Schätzungen lagern in Filmarchiven weltweit ca. 2.2 Milliarden
Meter Nitrofilm. Chemische Veränderungen des Filmmaterials
aufgrund seines Alters sowie unsachgemäße Behandlung vor
der Archivierung haben dazu geführt, daß heute beinahe 90% der
Stummfilme und die Hälfte aller vor 1950 produzierten Filme
unwiederbringlich verloren sind.
Die Lösung
Die herkömmliche digitale Restauration eines Spielfilms erfolgt
manuell und verursacht durch den massiven Personaleinsatz unakzeptabel
hohe Kosten. Die Zeit für die Berechnung eines Einzelbildes (Frame) betrug 10 Minuten, der ganze
Film kam dadurch zu teuer.
Durch die von JOANNEUM RESEARCH entwickelte semi-
automatische digitale Filmrestaurationssoftware LIMELIGHT
konnte dieser Aufwand bedeutend gesenkt werden. Für den
industriellen Einsatz war die Restaurationsdauer jedoch immer noch zu
lang.
Mit FRAME wurde deshalb ein parallelisiertes digitales
Filmrestaurationssystem mit einer Arbeitsgeschwindigkeit entwickelt,
die den industriellen Einsatz ermöglicht.
Folgende Restaurationsaufgaben können mit FRAME durchgeführt werden:
- Staub- und Schmutz-Entfernung
- Rauschunterdrückung
- Bildstand-Stabilisierung
- Schrammen-Entfernung
- Behebung von Bild-Flackern
- Dynamische Dichtekorrektur
- Bildinterpolation
- Farb-Konvertierung
Der digitale Filmrestaurationsprozeß
Der industrielle Faktor
Das Hauptkriterium für die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit des Systems
ist seine Restaurationsgeschwindigkeit. Für die Arbeiten an FRAME
ergab sich daraus die Forderung, daß die Bearbeitungszeit je
Einzelbild maximal 72 Sekunden (15 Sekunden für Videoauflösung)
betragen darf.
Erst durch den Einsatz von HPCN (High Performance Computing &
Networking)-Technologien wurde es möglich, diese Bearbeitungszeit
zu unterschreiten. Dadurch sind Restaurationskosten ab 400 US $ je
Minute Film möglich. Die Kosten der digitalen Restauration
entsprechen somit in etwa jenen von analogen Technologien - die
Funktionalität von FRAME reicht jedoch weit über die
Möglichkeiten der analogen Filmrestauration hinaus.
Die Kosten
Durch die Parallelisierung des Codes wurden die Filmrestaurationskosten deutlich gesenkt, da die
Rechenzeit deutlich reduziert werden konnte - von 10 Minuten pro Einzelbild (LIMELLIGHT) auf 72
Sekunden pro Bild (FRAME):
| |
LIMELIGHT Digitale Restaurierung |
FRAME Digitale Filmrestaurierung |
| Einscannen des Filmes (hochaufl&oouml;send) |
30 000 EUR |
30 000 EUR |
| Bildberechnung |
150 000 EUR |
30 000 EUR |
| Film recording |
30 000 EUR |
30 000 EUR |
| Summe |
210 000 EUR |
90 000 EUR |
Die Systemeigenschaften
Mit FRAME steht eine Filmrestaurationssoftware zur Verfügung, die
sich durch folgende Merkmale auszeichnet:
- Plattformunabhängigkeit: Das Restaurationssystem läuft
auf verschiedenen UNIX Plattformen (Digital-UNIX, HP-UX, SGI-IRIX) und
unter Windows NT (Intel und Alpha).
- Vordefinierte Restaurations-Jobs und sequenzbasierte
Bildmanipulation unterstützen die automatische Restauration - die
manuelle Eingriffsmöglichkeit in den Restaurationsprozeß
bleibt dennoch jederzeit erhalten.
- Die Benutzerschnittstelle in der gewohnten Windows
95/NT-Umgebung gewährleistet eine kurze Einarbeitungszeit sowie
eine einfache und schnelle Bedienung.
The project
Die FRAME-Software basiert auf der bei JOANNEUM RESEARCH im Rahmen von
EUREKA entwickelten LIMELIGHT-Filmrestaurationssoftware. Im Juli 1997
startete das ESPRIT Projekt 24220 FRAME durch die Initiative folgender
vier Partner:
Die Arbeitschwerpunkte im FRAME-Projekt:
- Parallelisierung der LIMELIGHT-Filmrestaurationssoftware
für verteilte Systeme, wobei das portable Message Passing
Interface (MPI) zum Einsatz kam.
- Pilotinstallation und Evaluierung der Restaurationssoftware beim
französischen Partner Laboratoire Neyrac Films.
Restaurationsbeispiele
Getestet und weiterentwickelt wurde FRAME an einer Vielzahl von
Filmen, zum Beispiel an:
- Fantomas, le mort qui tue, 1913
- Violettes Imperiales, 1954
- Opernball, 1956
- Die Reise zum Mond (La voyage dans la lune), 1908
- Holzflösser auf der Mur, 1938
- La Grande Illusion, ca. 1937
- Panorama von Graz, ca. 1915
- Pirsch unter Wasser, 1939, Radiobericht aus
dem ORF, ©ORF 1999
Nachfrage
Die FRAME-Restaurationssoftware wurde bereits bei mehreren Kunden installiert:
- LNF, Laboratoire Neyrac Films, Paris
- JR , JOANNEUM RESEARCH, Graz
- fx.Center Babelsberg, Potsdam
Über weitere Installationen bei namhaften Firmen wird bereits
verhandelt. Die Vermarktung der Software erfolgt gemeinsam mit einem
Vertriebspartner.
Nähere Information
| hsart digital services |
JOANNEUM RESEARCH |
| Walter Plaschzug |
Peter Schallauer |
| Rechbauerstrasse 37, A-8010 Graz |
Steyrergasse 17, A-8010 Graz |
| Tel.: +43 316 822632 |
Tel.: +43 316 876 -1202 |
| Fax: +43 316 826464 |
Fax: +43 316 876 -1191 |
| e-mail: hsart.graz@aon.at |
e-mail: peter.schallauer@joanneum.ac.at |
http://www.joanneum.ac.at/iis
Beispielbilder dankenswerterweise zur Verfügung
gestellt von: Filmarchiv Austria: Holzflösser auf der Mur, 1938.
Pathe: Die Reise zum Mond (La voyage dans la lune), 1908. Taurus
Film: Opernball, 1956.